Die besten Filme in 2017 – meine Tops

2017 – ein Jahr, welches vermehrt schon als „schwaches Kinojahr“ abgestempelt wurde, neigt sich dem Ende zu. Gleichzeitig auch das Jahr, in welchem ich so oft das Kino besuchte, wie nie zuvor. Zeit also um Fazit zu ziehen. Welche Filme waren die stärksten, welche muss ich noch nachholen und welche mich überraschten.

Bestenlisten sind anschaulich und leicht verständlich. Doch ist es mir doch sehr schwer gefallen, die besten Filme gegeneinander abzuwägen, um eine eindeutige Reihenfolge festzulegen. Und selbst jetzt könnte ich einige Plätze noch untereinander tauschen. Hier also meiner Meinung nach die besten Filme 2017.

Man beachte: Dies ist der zweite Teil meines Jahresrückblicks. Hier kommt ihr zum ersten Teil: Die schlechtesten Filme 2017 – meine Flops.

Platz 10: Star Wars 8: Die letzten Jedi

Der Film schien die Fangemeinde zu spalten, wie kein anderer. Da hörte man begeisterte Stimmen gleich hinter Meinungen, dass dieser Film doch aus der offiziellen Star Wars-Reihe gestrichen werden solle. Klar ist: Star Wars 8 versucht etwas Neues und rückt vom altbekannten Erzählmuster ab. In meinen Augen tut dem Franchise dieser (vielleicht auch späte) Schritt sehr gut. Trotz einer kleinen Überlänge und einigem unpassendem Witz war ich sehr positiv vom achten Teil der Saga überrascht.

Platz 9: Thor 3: Tag der Entscheidung

Was soll ich sagen – ich mag Comicverfilmungen. tatsächlich könnte ich hier den vorangegangenen Text von Star Wars reinkopieren. Auch der dritte Teil des Marvel Donnergotts geht einen anderen Stil als die Vorgänger. Sehr viel Witz ersetzt die Fantasyelemente des Vorgängers. Man orientiert sich an dem Erfolg der Guardians Of The Galaxy und haucht dem Ganzen einen Retrocharme ein. Fazit: Popcornkino pur. Hier geht’s zur gesamten Kritik und der Frage: Wie eigenständig muss ein Film sein?.

Platz 8: John Wick: Kapitel 2

Mit stilsicheren Bildkompositionen, tollem Musikeinsatz und nahezu perfekt choreografierten und inszenierten Kampfszenen überraschte Keanu Reeves als John Wick im Jahr 2014 so einige. Anfang diesen Jahres folgte nun die Fortsetzung. Auch wenn die Überraschung natürlich nicht mehr erzielt werden konnte, ist der zweite Teil ein Genuss für Auge und Ohr.

Platz 7: Wonder Woman

Ein weiteres Jahr in dem die Comicverfilmungen die Kinoprogramme dominierten. Und doch das erste Jahr, in dem DC nicht nur Enttäuschungen abliefert. Patty Jenkins inszeniert mit Wonder Woman eine feinfühlige Superheldin, die sich im ersten Weltkrieg nicht nur mit ihrer Moral, sondern auch mit klassischen Rollenbildern konfrontiert sieht. Dabei wird vermehrt auf Geschlechterklischees angespielt, diese aber nicht bedient. Gal Gadot spielt eine erfrischend, starke Frauenrolle in diesem bis dahin von Männern dominiertem Genre und stiehlt später auch in Justice Legaue allen die Show. Warum Der Film DCs Rettung sein kann – hier geht’s zur gesamten Kritik.

Platz 6: Logan: The Wolverine

Bereits Anfang Februar konnte ich den finalen Teil des wortkargen X-Men-Kriegers auf der Berlinale sehen. In Logan: The Wolverine zeigt Hugh Jackman ein letztes Mal als titelgebende Figur die Krallen – und man lernt Logan von einer anderen Seite in einem anderen Zeitabschnitt kennen. Perfekt untermalt mit Johnny Cashs „Hurt“ wird dieses Filmfinale in einem sehr blutigen, brutalem Westernstil inszeniert und damit ein perfekter Schluss auf die Leinwand gebracht.

Platz 5 bis 1 – fünf verschiedene Genre

Platz 5: Baby Driver

Actionfilme gibt es zur Genüge und auch mit Fokus auf Fluchtwagenfahrer haben wir seit Transporter einiges zum Anschauen. Edgar Wright haucht in diesem Action-Krimi dem Ganzen aber ganz neues Leben ein, indem er nicht die Bilder den Film bestimmen lässt. Bei Baby Driver wird die Musik zum Hauptverantwortlichen des Films. Da bestimmt das „Pacing“/die Taktung bzw. Geschwindigkeit eines Songs den Verlauf einer Verfolgungsjagd. Auch formen Schüsse den Beat eines Liedes, sodass der Film einen ganz eigenen Rhythmus erhält. Hier geht’s zur musikalischen Kritik.

Platz 4: King Arthur: Legend Of The Sword

Mit Sicherheit ist das ein Film, den nicht jeder hier erwartet hätte. Doch für mich steht Guy Ritchies Neuinterpretation der Artus-Saga bzw. dessen Beginn sinnbildlich für alles, was ich an Popcornkino liebe. Wir haben in dem Werk durch den ganz eigenen Schnittstil des Regisseurs Kurzweil, starke visuelle Kampfszenen, fantastische Kreaturen, mit Jude Law einen authentischen Antagonisten, passender Witz und mit Sam Lees und Daniel Pembertons „The Devil And The Huntsman“ vielleicht den Soundtrack des Jahres. Da stört es nicht im Geringsten, dass die Geschichte sich von der Sage entfernt. Hier geht’s zur auditiven Kritik in 100 Sekunden.

Platz 3: Guardians Of The Galaxy Vol. 2

Der Retrostil machte Guardians Of The Galaxy 2014 zum Überraschungshit. Die Fortsetzung behält diesen nicht nur bei, sondern wird (im Gegensatz zu vielen Fortsetzungen) dem Terminus „Fortsetzung“ auch gerecht. Denn Teil 2 versucht nicht den ersten zu übertrumpfen, ihn gar zu kopieren, sondern setzt die Geschichte, die Charakterzeichnung und den Aufbau der Szenerie fort. Somit vereint er alles, was der erste gut machte, mit noch mehr Humor und wird am Ende eine der besten Fortsetzungen überhaupt. Hier geht’s zur gesamten Kritik, die beantwortet, wie ein Film fortgesetzt werden sollte.

Platz 2: Coco: Lebendiger als das Leben

Animationsfilme = Kinderfilme? Dieser Film ist der Beweis, dass letztere Aussage absoluter Quatsch ist. Die Geschichte über einen kleinen Jungen, der ins Reich der Toten kommt, erklärt auf emotionalste, feinfühligste Weise den Umgang mit dem Tod, Kultur, Familie und Abschied. Musikalisch toll untermalt ist es mit Sicherheit einer der stärksten Animationsfilme des neuen Jahrtausends und sendet mit der rein mexikanischen Besetzung auch ein deutliches Zeichen nach oben.

Platz 1: Blade Runner 2049

Würde es nicht so komisch aussehen, hätte ich zwischen Platz 2 und Platz 1 viele Leerzeichen gelassen. Denn Platz 1 steht für mich bereits seit dem 05. Oktober fest. Nachdem Denis Villeneuve mit Arrival bereits 2016 den für mich stärksten Film veröffentlichte, macht er das mit der Fortsetzung des Klassikers von 1982 dieses Jahr gleich wieder. Dass das gesamte, buntgemischte Publikum nach fast drei Stunden Film stillschweigend sitzend bleibt, während der Abspann läuft, sieht man sehr selten. Doch bevor ich jetzt schreibe, was mir alles gefiel, mach ich es kurz und sage was mir nicht gefiel… das war es. Ein Film der vielleicht nicht so streitbar ist, wie das kultige Original, aber insgesamt vielleicht sogar noch besser und für mich eindeutig der Stärkste dieses Jahres ist.

Ich ziehe also gleich zweimal ein Fazit:

Erstens: Die Aussage, dass 2017 ein schwaches Filmjahr war, ist falsch. Oder zumindest ignorant. Denn hinter dem Berg an x-ten Fortsetzungen und vielen Comicverfilmungen verbirgen sich doch so manche Schätze. Außerdem bezieht sich diese Liste fast ausschließlich auf den amerikanischen und deutschen Filmmarkt. Das mangelnde Angebot meines Standardkinos ist dafür verantwortlich.

Zweitens: Trotz der Menge, die ich an Filme gesehen habe, sind es immer noch zu wenige. Gerne wäre ich bei dieser Liste auch auf Titel wie MoonlightLa La Land, Hacksaw Ridge, Sieben Minuten nach Mitternacht und weitere eingegangen. Leider ist die Liste der Filme, die ich noch sehen wollte, fast genauso lang, wie die Liste der gesehenen Filme.

Somit steht auch schon einer meiner Neujahrsvorsätze fest. Mehr Filme schauen und damit auch unbekannteren Titeln Aufmerksamkeit schenken. Wer weiß, vielleicht findet sich dann in meiner Bestenliste 2018 trotz Avengers: Infinity War keine einzige Comicverfilmung.

Mit diesem kleinen Ausblick freue ich mich auf ein – filmisch gesehen hoffentlich außergewöhnliches – Jahr 2018.

KR

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