Bleigewitter, Testosteron und fehlende Sympathie – Criminal Squad

Infobox Kritik Criminal Squad

Christan Gudegast dürfte kaum jemandem ein Begriff sein. Erst recht nicht als Regisseur, war er doch in der Vergangenheit nur als Drehbuchautor tätig. Für Krieg der Götter 3D und London Has Fallen schrieb der Amerikaner die Drehbücher und wagt sich nun mit Criminal Squad zudem an sein Regiedebüt. Und genau das läuft seit vergangenem Donnerstag als Action-Krimi in den deutschen Kinos.

Der Film erzählt die Geschichte einer skrupellosen Bankräubergruppe auf der einen und eines skrupellosen Ermittlerteams auf der anderen Seite. Die Bankräuber sind nicht nur die erfolgreichsten in Kalifornies, sie haben es in ihrem anstehenden Coup auf die Federal Reserve Bank in LA abgesehen. Diese galt bislang als unmögliches Ziel. Ihnen dicht auf den Fersen ist das Spezialteam von “Mayor Crimes” unter der Führung von Big Nick (Gerard Butler). Und diesem ist jedes Mittel recht, um die Bösen hinter Gitter zu bringen.

Drei Faktoren machen den Film aus

Mit der Story, sowie Umsetzung zeichnet sich Criminal Squad durch drei Faktoren aus. Zum einen ist das die fehlende Sympathie des Zuschauers. Anfangs ist die klassische Rolle des bösen Cops, dem jedes Mittel recht ist, noch ganz unterhaltsam, doch stehen sich eigentlich nur zwei Gruppen gegenüber, die bedingungslos die anderen aufhalten wollen. So fällt es dem Zuschauer nicht nur schwer Sympathie für eine Seite aufzubauen, ihm ist der Ausgang tatsächlich egal.

Genau das ist es, was den zweiten Punkt irrelevant macht. Zum absoluten Großteil ist der Streifen ein klassisches Heist-Movie. (Ich habe bereits ein Artikel über die Besonderheiten des Heist-Movies geschrieben. Klick!) Doch lebt genau diese Art von Film von dem Mitfiebern des Zuschauers. Werden sie das Geld erbeuten? Überleben alle? Werden sie doch von den Polizisten geschnappt? Für den Zuschauer sind in diesem Fall die Fragen und damit auch der Verlauf des Films belanglos.

Punkt drei ist Testosteron. Dass dies häufig Teil von Action-Filmen ist, ist klar. Doch ganze Szenen drehen sich um die “Männlichkeit” der Protagonisten und sagen am Ende doch nichts aus. Bezeichnend dafür ist eine Sequenz am Schießstand. In dieser stehen Big Nick und der Anführer der Bankräuber (Pablo Schreiber) wortlos in verschiedenen Schießkabinen, um die Kugeln auf die Ziele abzufeuern. Vielsagend stehen sie schweigend nebeneinander, tauschen verächtliche Blicke aus, nur um die Waffe anschließend noch schneller abzufeuern und dann wortlos zu gehen. Durch diese Art von ständigem Hahnenkampf geht Potenzial verloren. Denn eigentlich wissen die beiden, dass der Gegenüber ihr Gegner ist – und er genau das eben auch weiß. Das hätte noch viel mehr genutzt werden können.

Diese Aspekte, von den Vorbereitungen der Gangster bis hin zum Bedrohen einzelner durch die Polizisten, macht ca. 110 Minuten des Films aus. Eingerahmt wird das Ganze von zwei Actionszenen und mit Actionszenen sind minutenlange Schusswechsel gemeint. Bleigewitter, die zugegeben tolle/mächtige Sounds haben, aber nur vorhanden sind, um überhaupt Action im Film zu haben. Einige Tote ausgenommen, hätten halb so lange Schusswechsel die Story genauso vorangetragen.

Fazit

Schlussendlich ist Criminal Squad ein Heist-Movie, dessen Ausgang am Ende völlig egal ist, dessen Charaktere nur von plakativer Männlichkeit gezeichnet sind und dessen Actionszenen laut, aber überflüssig sind. Ein Streifen, der dem Klischee des einfachen Machos als Zuschauer gerecht wird. Bezeichnender Weise ist der einzige Satz einer Frau der, dass sie getan habe, was der Mann von ihr wollte. Motto beim Anschauen: Kopf ausschalten!

Criminal Squad erhält von mir 1,5 von 5 Sternen.

KR

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