Von der Planung eines Coups – Was ist … das Heist-Movie?

Wie es der ein oder andere vielleicht merkt, dieser Artikel ist nicht gänzlich neu. Um die Seiten hier ein wenig zu füllen, werden nun vereinzelt Beiträge erscheinen, die bereits auf der alten Website schon so ähnlich zu sehen waren. Neu überarbeitet und alles andere, als veraltet. Heute in Vorschau auf den am Mittwoch erscheinenden Film Fast and Furious 8 wird die Frage geklärt, was ist eigentlich ein sogenanntes Heist-Movie? Woher kommt dieser oft gehörte Begriff? Und welche Heist-Movies sollte jeder schon einmal gesehen haben? Ich persönlich bin ein großer Freund dieses Genres. Also seid gespannt, denn hinter dem Begriff steckt mehr, als sich aus dem Wikipedia-Artikel vielleicht erlesen mag.

“Im Mittelpunkt steht dabei meist der Raub von Wertgütern.”

„Heist“ kommt aus dem amerikanischen Slang und bedeutet „Raubüberfall“. Damit ist zwar noch nicht alles gesagt, aber schon einer der wesentlichen, definierenden Aspekte des Films genannt. Im Mittelpunkt steht dabei meist der Raub von Wertgütern, wie Juwelen oder Geld,  aber vereinzelt auch speziellere Objekte. Auf diese wird hier im Laufe auch noch eingegangen. Grundsätzlich sind Heist-Movies Thriller. Sollte es mehr in die komödiantische Richtung gehen, wird aus Heist-Movie schnell einmal Heist-Comedy. Die Grundaspekte gleichen sich trotzdem. Häufig kommt das Genre auch in Verbindung mit Action einher, wie zum Beispiel bei den letzten Teilen der Fast & Furious-Reihe. Aber weniger im neuesten Teil Fast and Furious 8.

Besonderer Fokus wird hierbei nicht nur auf den Coup an sich gesetzt, sondern auch auf die Planung, Zusammenstellung eines Teams, oder im Nachhinein die Verteilung der Beute. Damit geht zumeist einher, dass man das Geschehen rund um die Räuber verfolgt und zum Teil Sympathien mit diesen aufbaut. Das Heist-Movie wird auch häufig als „Caper-Movie“ und im Deutschen des Selteneren als Rififi-Film bezeichnet.

Nicht untypisch ist dabei ein spezieller Aufbau des Streifens, der wie folgt aussieht.

1. Grund für Coup: Dieser Teil wird manchmal übersprungen oder nur im Nebensatz erwähnt. Ansonsten kann es hier zur Darstellungen der folgenden Gründe kommen: u.a. Schulden, Erkaufen neuer Identitäten oder auch Rache

2. Zusammenstellung eines Teams: Hierbei werden Spezialisten aus verschiedensten Bereichen zusammengetrommelt. Es kommt eventuell zu Problemen untereinander, aufgrund der verschiedenen Charaktere.

3. Planung: Hier erfolgt die Darstellung verschiedener Planungsaspekte, wie das Hacken von Kameras, Knacken des Safes an einem Modell usw.. Oftmals kommt es hier zu Problemen von außerhalb. (Neue Technik von Überwachungskameras, Kleinerwerden bestimmter Zeitfenster…)

4. Durchführung: Nun kommt es zum eigentlichen Coup, in dem man oftmals Planungsschritte wiedererkennt.

5. Auflösung: Dieser Schritt ist kein Muss, aber immer wieder gerne benutzt. In diesem werden während der Durchführung nicht gezeigte Tricks und Kniffe der Diebe aufgezeigt, mit denen der Raub erst möglich wurde.

6. Verteilung der Beute: Je nach Härte des Thrillers kann es hier zu oftmals tödlichen Auseinandersetzungen unter den Räubern kommen.

Ich muss aber erwähnen, dass dieser Ablauf nicht obligatorisch ist. Auch kommt es vor, dass zuerst die Durchführung gezeigt wird und dann die Länge des Films genutzt wird, um diesen zu erklären.

Welche Filme sollte man gesehen haben?

Es gibt zu viele Filme, ja auch Heist-Movies, auf der Welt, um alle gesehen zu haben. Doch kann ich einige aufzählen, die ich für sehr repräsentativ halte, bzw. die sehr gut vom Publikum aufgenommen wurden.

Einige der repräsentativsten Filme sind hier die Teile der Oceans-Reihe (Oceans Eleven (2001), Oceans Twelve (2004), ….). Hier sind die markantesten Merkmale klar wiederzufinden.

Als Klassiker sind auf jeden Fall aufzuführen: Ladykillers (1955) oder auch Der Millionenraub (1971), sowie The Italien Job – Jagt auf Millionen (2003). in letzterem führte F. Gary Gray Regie, der auch die Fäden im kommenden FF8 hält. Wem es etwas härter zugehen kann, wird auf alle Fälle Quentin Tarantinos Reservoir Dogs (1992) nahegelegt.

Auch Filme aus anderen Genren weisen zum Teil Merkmale des Heist-Movies auf. So zum Beispiel Christopher Nolans Inception (2010), wo der Coup nicht der Raub einer Kostbarkeit ist, sondern das Einpflanzen einer Idee in einen fremden, menschlichen Verstand. Auch sind die Merkmale in den komödiantischen Heist-Filmen, den „Heist-Comedy“-Filmen eingebaut. So zum Beispiel in Otto‘s Eleven (2010), der als Parodie auf die Oceans-Reihe zu verstehen ist.

Insgesamt ist dieses viel genutzte, aber als solches selten erkannte Genre ein absoluter Geheimtipp. Spätestens jetzt dürften dem ein oder anderen vereinzelt jene beschriebenen Aspekte vermehrt auffallen.

KR

 

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