Hot Dog und die Produktplatzierung als Merkmal

Hot Dog Kritik

“Deutsche Filme sind schlecht!” Mit diesem Vorurteil muss sich die deutsche Filmlandschaft seit Jahren herumschlagen. Dass somit häufig vorschnell-subjektiv als faktisch-begründet geurteilt wird, dazu ein anderes Mal. Die Frage stellt sich nun aber: Was trägt ein Film wie Hot Dog zu diesem Klischee bei bzw., negiert er es? Berechtigt sind diese Fragen vor allem aufgrund der Personen, die für diesen Streifen stehen.

Mit Til Schweiger und Mathias Schweighöfer in den Hauptrollen befindet sich das erfolgreichste deutsche Schauspielerduo im Zentrum der Komödie. Auch Regisseur Torsten Künstler ist kein Unbekannter. Auch wenn es offiziell sein Regiedebüt ist, war er bereits vorher als Co-Regisseur u.a. an Schlussmacher oder auch Kokowääh 2 beteiligt.

Das Drehbuch stammt währenddessen vom Drehbuchautor des Films Vier gegen die Bank Tripper Clanc, sowie Lo Malinke. Diese beiden versetzen den hitzköpfigen GSG-10-Agenten Luke (Til Schweiger) und den nerdig-bemühten Polizisten Theo (Mathias Schweighöfer) in dieses Buddymovie. Nachdem die Tochter des moldawischen Präsidenten vor ihren Augen aus dem Regierungssitz des Bundespräsidenten entführt wird, liegt es an Luke und Theo auf eigene Faust für die Rettung zu sorgen. Dabei stehen ihnen nicht nur viele Gegenspieler gegenüber, auch gibt es zwischen den beiden immer wieder Konflikte

Das grundsätzliche Problem des Films ist aber nicht die bekannte Story. Zwei unterschiedliche Cops müssen sich zusammenraufen, um auf unkonventionelle Art einen Fall zu lösen. Das ist zwar einfach, kann aber auch funktionieren. Das zeigten bereits 21 Jump StreetRush Hour und Co. Vielmehr hapert es hier an der Umsetzung. Und das leider in jedem Aspekt.

Werbung vor Storyrelevanz

Das beginnt bei der oberflächlichen Story, die bis ins Detail ab Minute 20 abzusehen ist. Hinzu kommen alberne Dialoge, es fehlt an Beweggründen, Emotionen und Charakterzeichnung. Durchweg störend ist kindischer Fäkalhumor, seien es übertrieben editierte Furzgeräusche oder die künstlich erzwungene Notwendigkeit, dass der nerdige Theo mit bloßer Hand im After einer Kuh nach Drogen suchen muss (spätestens bei dem Shot “aus der Kuh heraus” sollte sogar dem letzten Regisseur dieser “Pippi-Kaka-Kotze-Humor” zuwider sein).

Was den Vogel aber endgültig abschießt, ist die schamlose Art, wie der Film nicht nur Produkte platziert, sondern ganze Dialoge und Szenen um sie herum aufbaut. Achtung: Dieser Kinofilm erhält seinen Titel, da die beiden Protagonisten ein Codewort benötigen. Was wäre da besser, als die neueste, reklamefreundlich servierte Speise aus dem Hause McDonalds. Ja, man hört richtig – die Fastfoodkette bietet jetzt auch Hotdogs an. Dass die gesamte Szene, sowie das Codewort, völlig handlunsirrelevant sind, ist dabei egal. So und so ähnlich werden dem Zuschauer bereits in der ersten halben Stunde mehrere Marken ins Gesicht gehalten und das ohne Mehrwert für das Werk. Schlussendlich besteht Hot Dog aus nicht mehr als einem sympathischen Mathias Schweighöfer, klischeehafter Story, standartmäßiger Figurenkonstellation und mehr Werbung als Witzen.

So kann der Film gut gemeint noch 1 von 5 Sternen einstreichen und verfestigt leider am Ende den (eigentlich unberechtigten) Eindruck, dass deutsche Filme schlecht sind.

KR

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.