Justice League und das Dilemma des Zweiten

Justice League Kritik

Der neueste Film des DCEU (DC-Extended-Universe) läuft unter der Regie Zack Snyders bzw. Joss Whedons seit vergangenem Donnerstag im Kino. Justice League ist damit der erste Film dieses Filmuniversums, der die Gerechtigkeitsliga behandelt. Nach dem enttäuschenden Batman v Superman: Dawn Of Justice fungiert Zack Snyder zwar erneut als Regisseur, doch schlägt Justice League trotz dessen einen anderen Weg ein. Nicht zuletzt wegen des erfolgreichen Solofilms über Wonder Woman mit gleichnamigem Titel (Regie: Patty Jenkins).

Die Gerechtigkeitsliga trifft zusammen. Erstmals kämpfen Batman, Superman, Wonder Woman, Aquaman, Cyborg und The Flash Seite an Seite. Es gilt den sogenannten Steppenwolf, ein mächtigen Gegner, aufzuhalten, nachdem dieser drei Objekte in die Finger bekommt, die ihm unvorstellbare Macht verleihen.

Ziel des Werkes ist klar. Man möchte einen Zusammenschluss aus den verschiedenen Superhelden erschaffen, um damit das Franchise ausbauen zu können. Dies hatte 2012 Marvel mit Avengers supererfolgreich geschafft. Problem: Dies hatte 2012 Marvel mit Avengers supererfolgreich geschafft. Was damals außergewöhnlich war, ist nun fast Standard. Marvel und DC als große Konkurrenten im Bereich der Comicverfilmungen unterschieden sich in der Vergangenheit besonders in der stilistischen Linie.

Wonder Woman ist der stilistische Umbruch des DCEU

Während Marvel massentaugliche, lustige, knallbunte Superheldenfilme lieferte, zeigte DC mit Man Of Steel und Batman v Superman: Dawn Of Justice eine düsterere Form auf. Letztere (nicht nur aber auch) wegen dieses Aspekts weniger erfolgreich. Marvel hat die massentaugliche, sichere, aber immer gleiche “Marvel-Formel”. DC sucht nach so einer. Mit Wonder Woma(gespielt von Gal Gadot schaffte man es erstmal richtigen Erfolg zu erzielen. Der Stil dort: weniger ernst, ‘heller’, leichter.

Justice League geht diesen Stil jetzt mit. Von dem Erfolg des Solofilms um die Amazone angetrieben, ist Justice League selbstironischer, lustiger und damit am Ende auch massentaglicher. hinzu kommen neue Charaktere. Auch wenn man den inszenatorischen unterschied zwischen Patty Jenkins und Zack Snyder klar erkennen kann. Jason Momoas (Khal Drogo in Game of Thrones) Aquaman und Ezra Millers (Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind) Flash stechen dort besonders heraus. Cyborg fällt in meinen Augen da ein wenig zurück. Dass man erstmal nur wenig Hintergrundcharakterisierung dieser hat, bringt der gelungenen Zusammenführung dieser außergewöhnlichen Helden keinen Abbruch. Angesichts der (durch die Comics gegebenen ) Möglichkeiten ist der Antagonist dieses Mal aber sehr schwach.

Nüchtern betrachtet: vieles sehr gut. Humor, Kurzweil, gutes Zusammenbringen neuer Charakter. Auch wenn gesagt sein muss, dass Gal Gadot als Wonder Woman diesen Film trägt und die anderen Figuren klar überstrahlt.

Der Film kommt zu spät

Warum prophezeie ich dann, dass der Film trotzdem nur wenige vom Hocker hauen wird? Ein einfacher Grund: er kommt zu spät. Er ist Zweiter. Ich nenne es ‘Das Dilemma es Zweiten’. Ein Dilemma, welchem der Film nicht entgehen kann, doch unterstützt er ihn auch noch.

Das MCU ist dem DCEU zuvorgekommen. Superheldenkollektive kennt man. Zudem erinnert auch die Story, Objekte und die Figurenkonstellation mehr als einmal an den ersten Avengers-Teil.

Diese Aspekte können teilweise spoilern. Unproblematisch geht es nach der Box weiter. (Zum Lesen auf das + klicken!)

Angefangen bei der Armee des Antagonisten und dessen Verschwinden, was an den Angriff auf New York im ersten Avengers-Teil erinnert. Außerdem die Artefakte: dreimal der Tesserakt. Bis hin zu Charakterunterschieden und Konstellationen, die es auch unter Marvels Rächern gibt: Wonder Woman = Captain America; Flash = Spiderman; Aquaman = Thor; Batman = Iron Man. All jene übernehmen in der Figurenkonstellation ähnliche Aufgaben.

Man scheint irgendwie alles schon einmal gesehen zu haben. Das enttäuscht zwar nicht, aber überrascht eben auch nicht. Ich wage zu behaupten, dass der Film noch besser ankommen würde, hätte man diese Art des Zusammenbringens verschiedenster Figuren in ein Team nicht bereits gesehen. Das macht den Film de facto nicht schlecht, er ist nur nicht außergewöhnlich.

Schlussendlich legt sich Justice League auf einen Stil fest, den man bereits von Marvel kennt. Wer das mag, wird seinen Gefallen auch an DCs neuestem Werk finden, wer nicht, den wird auch dieser Film nicht umhauen. Ob es clever ist, sich den Stil des Hauptkonkurrenten anzueigenen, wo dieser doch Jahre im Vorsprung ist, sei dahingestellt. Doch klar ist: Zack Snyder schafft gutes Popcornkino und (wenn auch mit großem Abstand) nach Wonder Woman den zweitbesten Film des DCEU. Der Streifen bekommt von mir 3,5 von 5 Sternen.

KR

2 Gedanken zu „Justice League und das Dilemma des Zweiten

  • 22. März 2021 um 18:32
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    Ja das war doch alles vorauszusehen. Das der Film so ist wie er ist. Zumindest ist er nun plausibel geschnitten. und macht so mehr Sinn. Ich finde Ihn sehr gelungen bis auf das graining und das 4:3 Format. WARUM. DAS NERVT mich. Sicherlich hätte man ein paar SloMo Aufnahmen rauslassen können aber alles in allem ein tolles Popcorn Kino und mehr muss es nicht sein. Ich hoffe es gibt eine BluRay mit einer 16:9 Version.

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    • 23. März 2021 um 11:53
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      Hallo, vielen Dank für deinen Kommentar.

      Diese Filmkritik ist allerdings aus dem Jahr 2017 und bezieht sich auf den “alten” Justice League, bei dem neben Snyder auch Whedon Regie führte [das hätte wohl auch in die Infobox gehört…].
      “Zack Snyders Justice League” aus diesem Jahr habe ich leider noch nicht sehen können, kann mir aber auch gut vorstellen, dass das 4:3 Bildformat anfangs gewöhnungsbedürftig ist.

      (Ein kleiner Hinweis noch: diese Website ist in der Form eingestellt – neue Kritiken etc. findest du auf http://www.uferbauwerk.de

      Beste Grüße

      Antwort

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