Neuauflage des Altbekannten – Oceans 8

Oceans 8 Kritik InfoOceans 8 läuft jetzt seit einigen Tagen in den deutschen Kinos. Im Vorfeld war oft befürchtet worden, dass das Heist-Movie genauso unterirdisch sein und floppen würde, wie die Neuverfilmung von Ghostbusters – ebenfalls komplett weiblich neubesetzt. Der oft erwartete Shitstorm ist ausgeblieben, Jubelstürme aber auch. Warum scheint das Spin-Off zur erfolgreichen Oceans-Reihe mit Brad Pitt und George Clooney so egal zu sein? Oder ist es eher die Vorsicht, nicht jemandem vor den Kopf zu stoßen?

Das Können liegt in der Familie

Debbie Ocean (Sandra Bullock) ist nicht nur die Schwester des gerissenen Betrügers Danny Ocean (George Clooney), sondern besitzt ebenso dessen Fähigkeit sich raffinierte Coups auszudenken, um so an Millionenschätze zu kommen. Nachdem sie aus dem Gefängnis entlassen wird, wendet sie sich zuerst an ihre Freundin Lou (Cate Blanchett). Nun will sie endlich den jahrelang geplanten Raub vorbereiten und durchziehen.

Gemeinsam scharen sie fünf weitere Frauen um sich, jede Spezialistin auf ihrem Gebiet, um auf der diesjährigen Met-Gala groß abzugreifen. Im Ziel der Gruppe (mit Helena Bonham Carter, Sarah Paulson, Rihanna, Awkwafina und Mindy Kaling) steht das 150 Millionen Dollar Collier der weltberühmten Schauspielerin Daphne Kluger (Anne Hathaway).

Doch nicht die ganze Gruppe weiß, welche eigenen Absichten Debbie neben diesem Coup verfolgt.

80 % Kopie plus 20 % Änderungen

Schon beim Lesen der groben Inhaltsangabe wird klar, hier hat man sich  – vor allem am ersten Teil der ursprünglichen Trilogie – stark orientiert. Auch Debbie kommt gerade aus dem Gefängnis, auch sie hat dort einen Plan ausgearbeitet, auch sie scharrt eine Gruppe Gleichgesinnter um sich, auch sie hat darüber hinaus private Interessen.

Poster Oceans 8

So entsteht gerade im ersten Akt der Eindruck , dass es sich um eine bloße Kopie mit nun weiblichen Charakteren handelt. Zugegeben macht aber genau das wieder verdammt Spaß. Mit dem neuen Regisseur Gary Ross (Die Tribute von Panem), stand der Streifen vor dem Risiko, den besonderen Stil des ehemaligen Regisseurs Steven Soderbergh zu verlieren. Auch wenn dieser noch als Produzent beteiligt ist. Gary Ross macht seinen Job aber überraschend gut. Die speziellen Schnittübergänge, ungewöhnliche Kamerazooms und das parallele Verfolgen der Charaktere durch die Kamera ist auch hier wieder prägend. Zusatzlich zum Visuellen, braucht sich auch die Musik nicht zu verstecken. Spätestens seit King Arthur: Legend Of The Sword sollte bekannt sein, dass Daniel Pemberton sein Handwerk versteht.

Auch wenn es (gerade in Akt 3) einige Veränderungen im Vergleich zu Oceans 11 gibt, kann sich Oceans 8 kaum eigenständig davon abheben. Das braucht er aber auch kaum, denn Die Originaltrilogie war nicht umsonst so erfolgreich.

Raffinesse und Tiefpunkte

Die Heldenreise ist seit jeher das Mitttel, um Spannung in einer Handlung zu erzeugen. Genau dafür fehlt aber in Oceans 8 ein spezieller Tiefpunkt der Hauptfiguren, der diese verändert und stärkt. Zugegeben hatten Oceans 12 und Oceans 13 diesen auch nur begrenzt, doch schafften diese es geschickter, darüber hinwegzutäuschen. Eben dieses “Wegwischen von Problemen” lässt den Streifen länger wirken, als er eigentlich sein müsste. Auch die Auflösung des Heist-Movies wirkt dabei nur teilweise sinnvoll einfügt.

Was genau ein Heist-Movie ist und was dieses spezielle Genre ausmacht, liest du hier.

Fazit

Oceans 8 eifert den Vorbildern ordentlich nach. Dabei macht er meistens Spaß, auch wenn ihm Tiefpunkte und die abschließende Raffinesse der ursprünglichen Trilogie fehlen. Schlussendlich ist der 110-minütige Film keine Überraschung, vielmehr leichtes Popcornkino, welches aber mindestens die Qualität vom zweiten Teil weiterführen kann.

Gary Ross Krimi-Komödie bekommt von mir 3,5 von 5 Sterne.

KR

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