Pacific Rim 2: Uprising – ein Film für Asien

Pacific Rim 2: Uprising Infobox KritikGuillermo del Toro liebt Monsterfilme und Fantasy. Dies hat er nicht erst mit dem Oscargewinner Shape Of Water – Das Flüstern des Wassers (2017/18) unter Beweis gestellt. Schon zuvor spielten fantastische Wesen immer wieder eine Rolle in seinen Filmen – sei es in Pans Labyrinth (2006) oder eben auch in Pacific Rim aus dem Jahr 2013. Letzterer fand mit seinen überdimensionalen Monstern, genannt Kaijus, viele Fans – vor allem im asiatischen Raum. Da der Film auch finanziell Erfolg mit sich brachte, ist es kein Wunder, dass nun seit vergangener Woche die Fortsetzung in den deutschen Kinos läuft.

Auch wenn der Film überhaupt nicht für den Westen gemacht ist…

Jäger gegen Kaiju Jäger

Auch wenn es seit zehn Jahren keine Angriffe der außerirdischen Monster gab, ist die Erde gewappnet. Das Jäger-Projekt, welches überdimensionale Roboter-Kampfmaschinen entwickelt, um sich den Kaijus in den Weg zu stellen, ist ausgebaut. Auch werden weiterhin Piloten für die Kolosse ausgebildet. Sollte es zu erneuten Angriffen kommen, würde man gut vorbereitet sein – so glaubt man…

Als der rebellische Jake Pentecost (John Boyega), Sohn des verstorbenen Helden des Vorgängers, erneut in Schwierigkeiten mit dem Gesetzt gerät, wird er vor die Wahl gestellt. Entweder er würde zurück zum Ausbildungsprogramm der Jäger kommen oder müsste mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Widerwillig kehrt er zurück und trifft dort auf Ex-Kollegen und Rivalen Nate Lambert (Scott Eastwood). Genauso wie Pentecost geht es der jungen Amara Namani (Cailee Spaeny), die selbst einen Jäger baute und nun zu einem Piloten ausgebildet werden soll.

Als es bei der Vorstellung automatisierter Jäger zu einem folgenschweren Zwischenfall kommt und kein Kaiju, sondern ein anderer Jäger angreift, steht die friedliche Zeit vor dem Aus. Noch ist unklar, wer oder was hinter den Angriffen steht.

Gewinnbringer Asien

Im direkten Vergleich fallen gleich mehrere Unterschiede zum Vorgänger auf. Dies ist vor allem auf den Regiewechsel zurückzuführen. Del Toro übergab nach Teil 1 das Zepter an Steven S. DeKnight (Marvels Daredevil), blieb aber dem Film als Produzent erhalten. Man konnte die Story des Vorgängers zwar bemängeln, aber man sah dem Film an, das dieser ein Herzensprojekt des Regisseurs war. Man sah die Lieb zum Detail und besonders die Kaijus hatten es vielen Fans angetan. Gerade deshalb enttäuscht es, dass man auf den ersten richtigen Auftritt der Monster gute 60 Minuten warten muss. Die Kämpfe davor – Roboter gegen Roboter – wirken dagegen nur wie ein Transformers-Abklatsch.

Die zweite Auffälligkeit und damit Intention des Streifens ist dem Cast anzumerken. Nachdem Teil 1 die besten Einspielergebnisse im chinesischen/asiatischen Raum einfahren konnte, wird nun noch mehr auf diese Region abgezielt. Denn mit Rinko Kikuchi (Babel) und Jing Tian (Kong: Skull Island, The Great Wall) sind zwei der asiatischen Superstars mit von der Partie. Dass ein Film immer finanziell erfolgreich sein will, das ist ebenso wenig verwerflich wie das Casten bekannter ausländischer Schauspieler/innen (im Gegenteil!), aber beides als Zuschauer problemlos in Verbindung setzen zu können, sollte vermieden werden.

Von allem mehr und dadurch insgesamt weniger

Die Standardfehler einer Fortsetzung. Ich weiß nicht, ob diese jemals ihre Aktualität verlieren werden. Anstatt Pacific Rim und dessen Story logisch fortzusetzen und vielleicht die Charaktere auszubauen, versucht der Film das Thema zu wiederholen und dabei den Vorgänger zu toppen. Alles muss noch größer, noch extremer, noch explosiver sein. Dabei wird aber die eigene Besonderheit vernachlässigt. Wie es gemacht werden sollte? Guardians Of The Galaxy Vol. 2 machte es vor.

Hinzu gesellen sich einfachste Dialoge, eine Absehbarkeit der Story und ein Mix aus Transformers, Godzilla und Power Rangers. Einzig das Duo Scott Eastwood (Overdrive) und John Boyega (Star Wars 7: Das Erwachen der Macht) weiß in seiner Konstellation dem entgegenzuwirken. Die Wortgefechte zählen zu den wenigen Höhepunkten des Films. Dagegen gehen viele andere Nebencharaktere unter.

Fazit

Pacific Rim 2: Uprising fehlt unter neuem Regisseur der Charme und die Besonderheit des Vorgängers. Die Actionszenen sind plump, aber annehmbar. Auch wenn man alles schon einmal gesehen hat, wird der Name und die Konstellation Boyega/Eastwood dafür sorgen, dass der Film wieder finanziell ertragreich sein wird – mindestens in Asien. Es bleibt einfaches Popcorn-Kino.

Steven S. DeKnights Werk bekommt von mir 2 von 5 Sternen.

KR

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