Die Stärke des Bekannten – Pets 2

Pets 2 Kritik Info

Ab dieser Woche läuft die Fortsetzung des Animationsfilms über unsere Haustiere und was sie eigentlich machen, wenn wir nicht zu Hause sind, in den deutschen Kinos. Wurde der Vorgänger noch positiv, aber nicht überschwänglich wahrgenommen, könnte das bei Pets 2 etwas anders sein – im positiven Sinne. Denn die Macher fokussieren sich noch mehr auf die Stärken ihrer Geschichte, die Stärke des Bekannten.

Ein kleiner, schreiender Eindringling in die heile Welt der Hunde

Die Leben von Jack Russel Terrier Max (gesprochen von Jan Josef Liefers) könnte kaum besser sein. Sobald Frauchen Katie morgens das Haus verlässt, kann er mit seinen Freunden, der Zwergspitzdame Gidget (Jella Haase) und dem Mischling Duke (Dietmar Bär) tun, was immer er will. Diese kleine, heile Welt wird aber schon bald durcheinander gewirbelt, als plötzlich ein kleines Menschenbaby behütet werden muss. Max ist sich aber sicher, seinen neuen Gefährten vor allen Gefahren der großen, weiten Welt beschützen zu wollen.

So kommt es, dass Max und Duke schon bald vor neuen Herausforderungen stehen. Mit Katie und Baby geht es auf einen ländlichen Bauernhof – samt neuer Eindrücke und Gefahren. Gleichzeitig sind die Probleme, vor denen die Haustiere in Manhattan stehen, nicht geringer.

Zwergspitz Gidget verliert ausgerechnet Quietschebienchen und muss nun mit Unterstützung der trägen Katze Chloe (Martina Hill) versuchen, das heißgeliebte Spielzeug aus den Klauen einer Gruppe neurotischer Katzen zu befreien. Zur gleichen Zeit stehen das Kaninchen Snowball (Fahri Yardim) alias Captain Snowball und der Shih Tzu Daisy vor der schwierigen Aufgabe, einen weißen Tiger aus den Fängen eines bösen Zirkusbesitzers zu retten…

Geniestreich: parallele Handlungsstränge

Die Fortsetzung knüpft dort an, wo der Vorgänger aufgehört hat – beim Leben der Tiere. Nicht ohne Grund heißt Pets 2 auch im Original wieder The Secret Life Of Pets. Doch im Unterschied zu Teil 1 fokussiert sich der Film nicht auf ein großes Abenteuer, sondern splittet die Story auf. Das hat zur Folge, dass nicht nur die tierischen Freunde an verschiedenen Orten Abenteuer erleben, es gibt den Machern auch die Möglichkeit, die Stärke von Pets auszuspielen. Die liegt nämlich weder in der Animation, noch in der (trotzdem tollen) Synchronisation und auch nicht unbedingt an der eigentlichen Story.

Die Verbindung von tierischen Handlungen und den ausgesprochenen Gedanken der Fellnasen ist das Geheimrezept. Freunde, die ein Abenteuer erleben, gute Animationen, lustige, sympathische Synchronisationen, das alles findet man in jedem zweiten Kinderfilm. Der Unterschied zu Pets 2 sind die tierischen Klischees mit denen die Regisseure Chris Renaud und (neu dabei) Jonathan Del Val spielen. Dass beispielsweise Katzen ganz speziell auf Laserpointer reagieren, weiß man oder kennt man vielleicht sogar vom eigenen Haustier. Diese bekannten Handlungen nun aber aus Sicht des Tieres mit dessen Gedankengängen, Ängsten und Hoffnungen zu erleben, macht großen Spaß.

Pets 2 Poster

Die Aufteilung der Handlung an verschiedene Orte schafft viele solcher Situationen, in denen mit Klischees, aber auch realem Tierverhalten gespielt wird  Diese Momente sind die absoluten Highlights. Im Gegensatz zum Vorgänger finden sie sich zudem nicht nur in der ersten Hälfte wieder. Mussten solche Momente im ersten Teil nach der Hälfte noch dem großen Abenteuer weichen, ist dies hier nicht der Fall. Es sind viele kleine Abenteuer.

Neue Schnauzen neue Stimmen

Dadurch ist  der Familienfilm ein gutes Beispiel, wie (Kinder-) Filme fortgesetzt werden können. Man entwickelt alte Figuren weiter und fügt neue hinzu – ohne auf die Stärken des Vorgängers zu verzichten. Wie Filme fortgesetzt werden können, hab ich vor langer Zeit hier einmal auditiv beleuchtet.

Die alte Figur Max erhält jetzt durch das Baby eine neue Motivation und handelt danach. Das Kaninchen Snowball war in Teil 1 noch der Anführer einer Straßengang. Mit einer liebevollen Besitzerin ändert sich auch seine Motivation und er wird zum Superhelden Captain Snowball, der andere Tiere aus Gefahren rettet.

Neu dabei ist die Horde Katzen oder auch der Schäferhund Rooster. Er stellt eine weitere Besonderheit dar. Im Original von Harrison Ford vertont, ist The Secret Life Of Pets 2 der erste Animationsfilm, in dem der US-Schauspieler einer Figur seine Stimme leiht.

Fazit

Pets 2 ist wortwörtlich ein Spaß für die ganze Familie. Den Machern gelingt es, durch neue Figuren und verschiedene Handlungsstränge die Stärken des Vorgängers noch auszubauen. Auch wenn die Animationsqualität leicht hinter der von Disney/Pixar zurückliegt und die einzelnen Handlungen wenig Überraschendes parat halten, sind das fröhliche 86 Minuten. Wer allerdings kein eigenes Haustier, vorzugsweise Hund, hat, dem könnten einzelne Feinheiten entgehen.

Die Animationskomödie bekommt von mir 3,5 von 5 Sterne.

KR

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