Die virtuelle Welt als bessere Realität – Ready Player One

Ready Player One Kritik Info

Die virtuelle Realität als Parallelwelt der Gesellschaft. Eine Zukunftsvision, die angesichts VR-Brillen, Motion-Sense Controllern und immer mehr Videospielern gar nichts so abwegig ist. Dieses Thema der absoluten Realitätsentfremdung ist Grundstein für ein Feuerwerk an popkulturellen Anspielungen. Das ist Steven Spielbergs Ready Player One.

Aktualisierte Romanverfilmung

Der Science-Fiction-Fantasy-Film ist die filmische Adaption des gleichnamigen Buches von Ernest Cline von 2010. Dieser beschreibt die dystopische Welt im Jahr 2045. Ein Großteil der Menschen lebt in Slums. Um der Armut zu entfliehen, flüchtet sich Jung und Alt in die OASIS.

Die OASIS, eine virtuelle Welt, in der jeder sein kann, was er will und in den unendlichen Weiten einer riesigen Multiplayer-Computerspielwelt auch machen kann, was er will. Als Avatar mit eigenem Pseudonym lebt die Bevölkerung in dieser virtuellen Parallelwelt, findet Freunde und verbringt die Freizeit. Doch es gibt auch einige, die sich einer bestimmten Aufgabe verschrieben habe.

Nachdem Halliday (Mark Rylance), der Entwickler der OASIS, verstarb, versteckte er ein sogenanntes Easter-Egg, einen speziellen Gegenstand, irgendwo in dem Spiel. Derjenige der drei versteckte Schlüssel und dadurch das Easter-Egg finden würde, würde die Spielefirma und alle Rechte an der OASIS, im Wert einer halben Billion Dollar, erben. Unter diesen Suchern ist auch der Jugendliche Wade (Tye Sheridan). Unter seinem Ingame-Pseudonym Parzival flüchtet er sich in diese virtuelle Realität.

Er macht sich, genauso wie viele andere Spieler, auf die Suche nach dem versteckten Gegenstand. Diesen Spielern steht die mächtige Firma I-O-I unter Leitung von Nolan Sorrento (Ben Mendelsohn) gegenüber. Diese möchte die OASIS ebenso für sich gewinnen, um ein Monopol der virtuellen Welten zu errichten und damit die Macht über die Menschen zu erlangen.

Szenenbild Ready Player One 2

Ein Wettrennen um die Artefakte beginnt, bei der Realität und virtuelle Welt sich immer mehr beeinflussen und ganze Schicksale in die Geschehnisse der OASIS verwoben sind.

Im Rausch der Popkultur

Ready Player One hat sich einem Ziel klar verschrieben. Eine Fülle an popkulturellen Referenzen an Musik, Filmen und Spielen, vor allem der 80er Jahre, aber auch der heutigen Zeit, prägt das Bild. Da wechseln sich Batman, Mecha-Godzilla, Minecraft Figuren, Doom Charaktere und viele, viele weitere auf der Bildfläche ab. Dazu kommen mythologische Referenzen und ein “Cross-Over”, welches ich für eines der besten aller Zeiten halte, hier aber nicht spoilern möchte.

Der Film hat den riesigen Vorteil, dass er ausnahmslos alles zeigen kann. Dies ist in anderen Filmen nur bedingt möglich. Dort fällt schnell die Nutzung von CGI auf. Hier passt dieser Look perfekt zur virtuellen Welt. Der Look, die Mix der Popkultur und der Sound lassen einen in die virtuelle Realität eintauchen. Hier macht 3D endlich mal Sinn.

Die Szenen der realen Welt sind dabei noch das Schwächste. Weder der Hauptcharakter, noch die Story oder Dialoge sind dort außergewöhnlich – im Gegenteil: absolut durchschnittlich. So lässt sich ein klarer Bruch erkennen. Die realen Szenen sind langweilig, während die virtuellen Szenen ausnahmslos unterhaltsam und begeisternd sind. Eigentlich fast bezeichnend, dass auch in der filmischen Machart die Realität gegen die Virtualität verliert.

Szenenbild Ready Player One

Mit einem immer wieder aufkommenden Unterton, der die Abhängigkeit und das Verlieren in virtuelle Welten kritisiert, bekommt der Film zudem eine gesellschaftliche Tiefe. Seien wir ehrlich, diese Realität ist keineswegs weit von unserem heutigen Leben entfernt.

Fazit

Wer kein Gemetzel der popkulturellen Referenzen mag, für den wird dieser Film nichts sein. Für alle anderen ist Ready Player One eine Fülle an „Oh“ und „Wow“-Momenten. Selten hat man etwas so toll Inszeniertes gesehen, wie die OASIS. Da ist es gut, dass ein Großteil des Films dort und nicht in der realen Welt des Jahres 2045 stattfindet.

Steven Spielberg hat eine Liebeserklärung an die Videospiele kreiert, ohne Kritik daran zu missachten. Auch wenn erfahrenden Gamern der Film vielleicht zu massentauglich wirkt. Jeder, der sich mit der Grundthematik anfreunden kann, wird nicht merken, wie schnell die zwei Stunden und 20 Minuten vorbei sind.

Der Film bekommt von mir 4 von 5 Sternen.

KR

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