Die schlechtesten Filme in 2018 – meine Flops

2018 war das bisher größte Film- und Serienjahr für mich. Nicht nur, dass ich weit über 500 Serienfolgen auf dem Buckel – oder heißt es Augen (?) – habe, auch war ich im Schnitt zweimal pro Woche im Kino.

Das ergibt natürlich keinen vollumfassenden Blick auf alle Filme der vergangenen 365 Tage, gibt mir aber genug Stoff, um eine Besten- und Schlechtestenliste des Jahres aufzustellen.

Da das Beste zum Schluss kommt, erscheint in den kommenden Tagen die Top 10 des Jahres. Jetzt heißt es aber erstmal: „Finger weg von diesen sogenannten ‚Filmen‘!“

Von Testosterongeschwafel, Prüderie und Klischeebildern

Criminal Squad PlakatPlatz 10: Criminal Squad (01.02.18)

Was ist nur mit Gerard Butler los? Vielleicht sollte er sich mal einen neuen Agenten zulegen, denn in was für Streifen er in letzter Zeit oftmals mitgespielt hat, ist sehr fragwürdig. Da ist auch Criminal Squad keine Ausnahme – im Gegenteil. Der Actionfilm, in dem sich Gangster mit einer skrupellosen Gruppe an Polizisten die Kugeln um die Ohren feuern, steht für alles, was man an (schlechten) Actionfilmen hassen kann. Plumpheit, fehlende Story, keine Sympathie, dumme Sprüche… Finger weg!

> Hier meine dazugehörige Kritik.

Platz 9: Fifty Shades OF Grey 3: Befreite Lust (08.02.18)

Ich gebe zu, wenn man betrunken im Kino sitzt, ist Fifty Shades OF Grey 3: Befreite Lust oftmals Comedy-Gold. Doch das auch nur unfreiwillig. Dass selbst für die Zielgruppe der einsamen Hausfrauen die Reihe um Anna Steele und Christian Grey keine erotische Offenbarung ist, steht spätestens seit Teil 1 fest. Warum die Säle trotzdem überwiegend voll waren, überrascht mich fast so sehr, wie der Fakt, dass ich doch ernsthaft dachte, die Reihe könnte einen guten Abschluss finden. Wenigstens hat sie jetzt endlich einen Abschluss gefunden.

Platz 8: Meg (09.08.18)

Der Hai ist die tödliche Gefahr, die in der Tiefe lauert. Dieses Bild ist ebenso lange falsch, wie es in Hollywood benutzt wird. Mal mit guten Ausgang wie bei Der weiße Hai (1975), mal mit schlechtem Ausgang. Letzteres bewies der als Action-Thriller deklarierte Meg im August dieses Jahres. Hier tummeln sich Ungereimtheiten, Kopfschüttelmomente und CGI-Gewimmel. Besser ist wohl, wenn ich bei “Meg” auch zukünftig an Family Guy denke…

Von Kopfschütteln, gescheiterten Versuchen und Selbstjustiz

Steig.Nicht.Aus! PosterPlatz 7: Steig. Nicht. Aus! (12.04.18)

Dass Steig.Nicht.Aus! auf dieser Liste landen würde, hätte ich vor dem Kinobesuch nicht gedacht. Gut, zugegeben ist es mir ein absolutes Rätsel, weshalb Christian Alvart nach dem grausamen Tschiller: Off Duty noch Kinofilme drehen darf, aber mit Wotan Wilke Möhring spielt hier ein Schauspieler die Hauptrolle, den ich wirklich gerne sehe. Doch auch er vermag trotz der eigentlich noch soliden ersten Hälfte nicht, die hanebüchene zweite auszugleichen. Motto bei diesem Kinostreifen wäre wohl gewesen: Geh.Nicht.Rein! (Oh Mann, ich bin so verdammt unlustig…)

> Warum es trotzdem noch irgendwo einen Silberstreif am Horizont in Form einer Jungdarstellerin gibt, liest du hier.

Platz 6: HERRliche Zeiten (03.05.18)

Der Trailer von HERRliche Zeiten stimmte mich eigentlich ganz hoffnungsvoll. Endlich mal ein deutscher Film, der so anders scheint. Anders ist der Film von Regisseur Oskar Roehler allemal, doch die Geschichte des Bartos, der sich einem Ehepaar als persönlicher Sklave anbietet, ist nur motivationslos und verleitet zu häufig zum Kopfschütteln. Ein Streifen, der unbedingt anecken und mit Konventionen brechen will und dabei vergisst, dass eine gut geschriebene Geschichte eine Konvention beim Spielfilm ist, die im Zweifel nicht missachtet werden sollte.

> Hier meine Meinung, warum die Komödie am Ende nur pseudo-kritisch ist…

Platz 5: Death Wish (08.03.18)

Wenn man keine frischen Idee vorzuweisen hat, dann dreht man Altes halt nochmal neu. So war wohl auch der Gedankengang der Macher von Death Wish. Die Neuverfilmung von Ein Mann sieht rot von 1974 um einen Arzt der in Selbstjustiz badend nachts Verbrecher dahinschlachtet. Zu bieten hat das Ganze außer blutleerem Geschwafel und unlogischer “Auflösung” annähernd nix. Fazit: nichts erwartet, trotzdem enttäuscht worden.
> Zur Kritik des Films von Regisseur Eli Roth, einmal klicken bitte!

Von viermal seelenlosem Kommerz-Müll

Skyscraper PosterPlatz 4: Skyscraper (12.07.18)

Dwayne ‘The Rock’ Johnson. Kaum ein Gesicht sieht man zur Zeit häufiger über die Leinwand flackern. Mit ihm im Gepäck kommt leichte und oftmals auch kurzweilige Kost. Doch auch der glatzköpfige Hüne kann nicht die seelenlose Durch-Kommerzialisierung des Action-Abenteuers Skyscraper verstecken. Von der Beinprothese des Protagonisten über die Motivation des Antagonisten bis hin zur Besetzung von völlig unwichtigen Nebendarstellern wird hier nichts ausgelassen, was nicht noch ein paar Dollar mehr in die Kassen spülen könnte. Dass der Film obendrein einfach nur Unsinn ist, darf auch noch erwähnt werden.

> Wie die Regeln des Kommerz aussehen, erfährst du völlig kostenlos hier.

Platz 3: Hot Dog (18.01.18)

Allein der Titel von Hot Dog ist schon eine verkackte Frechheit. Diese “Komödie” mit Mathias Schweighöfer und Til Schweiger ist nach dem neuesten Produkt von McDonalds benannt – keine Pointe; keine Lust mehr, noch mehr dazu zu schreiben.

> Warum Regisseur Torsten Künstler seinem Namen keineswegs gerecht wird, einmal hier entlang, bitte.

Platz 2: Safari – Match Me If You Can (30.08.18)

Das deutsche Kino hat sich nicht lumpen lassen und einen weitere Vertreter auf dieses glorreiche Treppchen gehievt. Safari – Match Me If You Can versuchte im Sommer ähnlich wie einst Männerherzen (2009) mehrere Handlungsstränge miteinander verweben. Verbindendes Element hierbei soll eine Datingapp sein. Doch wo der Film versucht Diversität und Offenheit zu demonstrieren, ist er schlussendlich doch nur konservativ. Ach ja und natürlich präpubertär unterleibsfixiert und es tut mir für alle Schauspieler leid, die sich in so einer Lage sehen, bei diesem Film mitspielen zu müssen.

> Du stehst auf unterleibsfixierte Peinlichkeit? Dann folge einmal diesem Link!

Klassentreffen 1.0 PlakatPlatz 1: Klassentreffen 1.0 (20.07.18)

Til Schweiger ist die Hauptperson dieser Liste – gleich zwei Mal unter den Top 3. Das ist eine Leistung. Jüngst konnte seine amerikanische Neuverfilmung von Honig im Kopf (2014) ähnlich stark auftrumpfen wie die Titanic bei ihrer Jungfernfahrt. Aber das liegt ja alles nur an den Neidern, ihn hassenden Kritikern und ach was weiß ich. Außerdem sollen die sich mal nicht so haben, Klassentreffen 1.0 hat doch wirklich was zu bieten – Homophobie, Sexismus, und unterirdische Schauspielleistungen sind da lange nicht alles. Bezeichnend: zu Beginn dieses “Films” saßen neben mir 11 weitere Personen im Kino. Nach der Hälfte war ich alleine…

War 2018 also ein schlechtes Filmjahr?

Zugegeben, selten habe ich in einem Jahr so viel Müll gesehen. Das wird aber natürlich auch daran liegen, dass ich generell selten so viel gesehen habe. Und bevor dann vorschnell auf deutsche Filme geschimpft wird, verweise ich auf den in einigen Tagen kommenden Gegenpart dieser Auflistung hin.

In meinen Top 10 im Jahr 2018 befindet sich nämlich ein kleines Juwel des deutschen Films unter den Top 3, welches ich vorher (und ich glaube fast jeder) nicht auf dem Schirm hatte.

Bis dahin bedanke ich mich für das Lesen oder auch die aktive Teilnahme an dem Geschehen auf dieser kleinen Seite im letzten Jahr – bis 2019.

Kai


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