Die Neudefinition des Mittelmaß – Solo: A Star Wars Story

Solo A Star Wars Story Info Kritik

Während Star Wars 8: Die letzten Jedi die Fans zwiegespalten zurückließ, schaffte das Solo: A Star Wars Story bereits vor Kinostart. Ein Regiewechsel, die Besetzung und ein erster, traschig wirkender Trailer ließen mindestens genauso viele zweifeln, wie hoffen. Seit vergangenem Donnerstag läuft er nun im Kino. Dabei ist er keineswegs schlecht, aber auch keineswegs richtig gut… Er ist einfach mittelmäßig.

“Der Beginn der größten Freundschaft der Galaxis!”

Genau das steht ganz oben auf dem Hauptplakat (siehe weiter unten). Es hätte noch nicht mal nur Han Solo und Chewbacca auf dem Plakat gebraucht, um hier auf diese beiden zu schließen. Umso überraschender ist, dass es darum eigentlich nicht geht.

Han (Alden Ehrenreich) schlägt sich durch die rauen, gesetzlosen Straßen seines Heimatplaneten Corellia. Bei einem Fluchtversuch mit seiner geliebten Qi’ra (Emilia Clarke) werden die beiden getrennt, ihre Flucht scheitert und Han tritt aus Alternativlosigkeit der imperialen Luftwaffe bei. Mit dabei der eigene Dickkopf, der unumstößliche Idealismus und der Traum Pilot zu werden.

Als ihn der Kriminelle Dryden Vos (Paul Bettany) für einen Auftrag anheuert, sieht er sich bald in einer Gruppe aus Bekannten, zwielichtigen Gestalten und (inzwischen) seinem Freund Chewbacca (Joonas Suotamo). Doch Han weiß nicht, mit wem er es zu tun hat und wird bald die eigene Moral hinterfragen müssen…

Ziel: Fanservice

Der Film ist ein Fanservice. Das gilt vor allem für die Tatsache, dass es endlich einen Solo-Solofilm gibt. Dass darüber hinaus kaum etwas Verblüffendes, Neues gezeigt wird, ist deshalb sehr ernüchternd. Gerade die erste Hälfte strotzt vor Banalität – Banalität der Handlung und Banalität der Charakter. Sogar der titelgebende Held wirkt aufgesetzt. Dies liegt aber kaum am Hauptdarsteller. Wie ernsthaft geglaubt werden kann, dass ein neuer Schauspieler alle Fans des alten, von Harrison Ford verkörperten, Han Solos zufriedenstellen könne, bleibt wohl ein Rätsel.

Poster Solo A Star Wars Story Kritik

Zynisch würde man jetzt sagen, dass der Film sich auf die alten Teile zurückbesinnt, denn die Dialoge sind teilweise grauenhaft. Vor Plattitüden und Standardphrasen strotzend sind die Figuren dem Zuschauer anfangs völlig egal.

Die komplette Geschichte – bis zum Start des eigentlichen Coups – weiß der Film auch mit Hilfe einer Collage nicht ordentlich aufzuzeigen. Das liegt zum einen an dem Fehlen von interessanten Nebencharakteren, aber auch an einer Identifikation mit dem Piloten.

Solo funktioniert es nicht

Genau deshalb tut es dem Film so gut, dass nach der Einleitung interessante Nebencharaktere dazukommen. Das sind Woody Harrelsons Tobias Beckett, der von Donald Glover gespielte Lando Calrissian und sogar der Antagonist von Paul Bettany. Sie bringen Facettenreichtum hinein und damit Tempo.

Der Film vollführt das Kunstwerk, dass er besser wird, je länger er läuft. Auf die Freundschaft zwischen Han Solo und dem Wookie wird hingegen kaum eingegangen.

Der Film plätschert so dahin. Das klingt erstmal fies, ist aber okay. Okay ist dabei das Stichwort. Die Effekte sind ganz gut, die Story ist okay und Alden Ehrenreich wächst während des Films in seine Rolle hinein. Dass mit einer wirklichen Überraschung der Fanservice und deren Vorfreude kurz vor Schluss noch einmal mächtig in die Höhe gehoben wird, verdeckt geschickt das bis dahin Dahingeplätscherte.

Fazit

Solo: A Star Wars Story ist Fanservice, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Einige Überraschungen werden durch schwache Dialoge ausgeglichen. Gute Effekte und ein klassischer Storyaufbau sorgen dafür, dass der Space-Western die Backroundstory eines altbekannten Heldens beleuchtet, allerdings ohne das altbekannte Star Wars-Feeling aufkommen zu lassen. Somit definiert er das Mittelmaß wortwörtlich neu.

Der Film bekommt von mir 3 von 5 Sterne.

KR

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