Nach einer wahren Begebenheit – Spotlight

Infobox SpotlightFilme, die auf eine wahren Begebenheit beruhen haben häufig einen ganz besonderen Flair. Nicht nur, dass die Story nachvollziehbar bleibt (sofern nichts zur Originalstory dazugedichtet wird), auch bekommen insbesondere Dramen einen gewissen Beigeschmack. Denn es ist eben doch etwas mehr als reine Fiktion.

Gerade bei dem vielprämierten Werk Spotlight ist dies der Fall. 2016 in die Kinos gekommen, bekam er im gleichen Jahr u. a. den Oscar für den besten Film.

Spotlight erzählt die Geschichte einer kleinen Gruppe Investigativjournalisten beim Boston Globe. Diese deckten eine im Jahre 2001 in Boston startende, weltweite, systematisch strukturierte Reihe von sexuellen Übergriffen an Minderjährigen in der Erzdiözese der römisch-katholischen Kirche auf. Und eben dies in Boston, einer Stadt, in der die Kirche nach wie vor großen Einfluss und große Macht hat.

Im Genauen: Nachdem die Journalistin Sacha Pfeiffer (Rachel McAdams) bereits in der Vergangenheit einen Artikel über einen Missbrauchsfall eines Priesters geschrieben hat, wird der neue Chefredakteur des Boston Globes (Liev Schreiber) auf die Thematik aufmerksam. Er beauftragt das vierköpfige Investigativteam „Spotlight“ unter der Führung von Walter Robinson (Michael Keaton) damit, sich erneut diesem Thema anzunehmen.

Spätestens als ein ehemaliger Priester die Tätergruppe auf 6 % aller Priester einschätzt, was alleine im Raum Boston ca. 90 wären, ist dem Team klar, dass sie etwas ganz großem auf der Spur sind. Als kleines Team sieht man sich bald nicht nur dem mächtigen Gegner Kirche, sondern auch dem ganzen Establishment, samt Politikern und Anwälten gegenüber.

„Nicht umsonst gewann das Boston Globe Team im Jahr 2001 den Pulitzer Preis für Dienste an der Öffentlichkeit.“

Ein Film, der den Weg hin zu einer der größten journalistischen Leistungen des 21. Jahrhunderts aufzeigt. Das ganze mit dem bitteren Beigeschmack, dass (auch wenn es einige kritische Stimmen gibt) Ähnliches so vorgefallen ist. Nicht umsonst gewann das Boston Globe Team im Jahr 2001 den Pulitzer Preis für Dienste an der Öffentlichkeit. Dieser stellt den wichtigsten journalistischen Preis in den Vereinigten Staaten darstellt.

Mit ruhigen Bildern und starken Schauspielern vermag der Regisseur und Drehbuchautor Tom McCarthy dem Streifen Spannung einzuhauchen. Er schrieb bereits das Drehbuch für den Disney/Pixar-Film Oben  und nun führt er in der neuen Netflix-Serie Tote Mädchen lügen nicht Regie. Im Film werden aber nicht nur die Hintergründe des Skandals aufgezeigt. Auch wirft der viel des öfteren die Frage auf, was hätte die Öffentlichkeit davon wissen und sagen müssen.

Das Drehbuch stand bereits seit 2013 auf der sogenannten Blacklist. Eine Liste, auf der die erfolgversprechendsten Drehbücher stehen. In diesem Fall, nicht zuletzt wegen der wahren Begebenheit.

Auch wenn der Film die Spannung nicht durchgängig zu halten vermag und man sich darüber streiten kann, ob der Film im Jahr 2015 neben Raum, Mad Max: Fury Road, The Big Short und weiteren Flmen wirklich der beste war, ist unbestritten, dass er ein starker ist. Denn so, wie der Boston Globe einst über diese kriminelle Systematik aufklärte, ist der Film nicht weniger ein journalistisches – wenn auch künstlerisches – Produkt, welches zum Glück realisiert wurde.

KR

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