Alles, was man kennt – The Commuter

The Commuter Kritik

Ich bin ehrlich: Ich habe mich sehr schwer getan eine Kritik zum aktuellen Film mit Liam Neeson in der Hauptrolle zu schreiben. Ein einfaches „keine Aufreger, aber nichts besonders Gutes oder Neues“ wäre zwar ausreichend, aber eine Meinung ohne Begründung ist überflüssig. Von daher jetzt die Erklärung, warum es unter solchen Umständen schade ist, dass dies wahrscheinlich der letzte Actionfilm mit Liam Neeson in der Hauptrolle ist.

Die Story und damit Ausgangslage des Films von Regisseur Jaume Collet-Serra (bereits zuvor mit Liam Neeson Non-Stop und  Run All Night) ist dabei relativ simpel. Der ehemalige Polizist Michael McCauley ist ein liebender Vater, der seiner Familie zuliebe den Job wechselte und seit zehn Jahren nach Manhatten pendelt, um dort als Versicherungsmakler zu arbeiten. Als er überraschend seinen Job verliert gestalten sich Geldsorgen für seine Familie. Auf der Zugfahrt am Nachmittag der Kündigung trifft er auf eine Frau Vera Farmiga), die ihm eine Aufgabe erteilt. Er solle unter den 500 Passagieren die eine Person finden, die nicht dazugehört. Er habe bis zur Endstation dafür zeit und eine hohe finanzielle Belohnung stehe in Aussicht.

Der Pendler (engl. „The Commuter“) ahnt bereits nach einiger Zeit, dass mehr dahinter steht und er keine Möglichkeit mehr hat das Angebot abzulehnen.

Drei Akte – drei Qualitätsstufen

Der Film gliedert sich hier ganz klar in drei Akte auf und damit auch in drei „Qualitätsstufen“. Der erste Akt und damit die Einführung des Protagonisten wird mit einer Collage authentisch und nachvollziehbar dem Zuschauer dargestellt. Auch die Anfänge des Auftrags und die damit verbundene Tragweite ist verständlich und teils sogar spannend.

Der zweite Akt besteht ausschließlich aus der Suche nach besagter Person. Je länger das geht umso mehr wird der Zuschauer alleine gelassen. Das erfolgt nicht zur Identifikation mit McCauley, der auch sehr alleine/isoliert zu sein scheint, sondern merkt man, wie oberflächlich die Story trotz aller „Pseudo-Tiefe“ ist. Unterbrochen wird dies zwar teilweise durch gut choreografierte und am Stück gedrehte Actionsequenzen, doch reicht das nicht aus, um Spannung zu erzeugen.

Leider macht der Finale Akt des Filmes alles kaputt, was man vielleicht vorher hineininterpretiert hat oder sich dessen erfreuen konnte. Neben einer Auflösung, die an den Haaren herbeigezogen ist, sind Logikfehler in der Story, schlechtes CGI und ein spoilender Trailer im Vorfeld für einen Gesamteindruck verantwortlich, den man einfach zusammenfassen kann.

Hat man alles irgendwie schon einmal gesehen. Das alles in einem Zug, mit einem Liam Neeson der ahnungslos gegenüber allwissenden Kontrahenten steht. Doch dessen Kompetenz und Erfahrung macht am Ende den Unterschied. Insgesamt fühlt sich The Commuter an wie ein Remix der vorherigen Filme Neesons.

Schlussendlich eher ein Film für die Nachmittagscouch. Doch für den mitdenkenden Kinogänger eindeutig zu wenig. The Commuter bekommt von mir 2 von 5 Sterne.

KR

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