Roadmovie mit Postkarten-Message – Vielmachglas

Vielmachglas Kritik

Das Vielmachglas ist eigentlich nur ein leeres Einmachglas. Aber man soll ja nicht nur eins machen, sondern vieles. Eine Botschaft, die zwar auch auf Glückskeksen zu finden ist, aber den Grundstein für ein Roadmovie legt, welches dem Zuschauer am Ende einen Punkt klar macht.

Die 20-jährige Marlene (Jella Haase) ist frustriert. Frustriert darüber, dass ihre Eltern frustriert sind – vielleicht auch ein bisschen über sich selbst. Auch wenn es ihr eigentlich reicht, momentan im Kino zu Jobben und weder Studium noch Ausbildung angefangen zu haben, wurmt sie doch eins. Nicht nur, dass ihre Eltern ständig wissen wollen, was sie denn so vor hat, auch steht sie im Schatten ihres großen Bruders. Erik (Mathias Schweighöfer) ist nicht nur weltreisender Tausendsassa mit jeder Menge exotischen Geschichten, nun bringt er auch noch Bücher raus.

Er ist es auch, der der Schwester ein sogenanntes Vielmachglas schenkt. Ein Glas, das sie mit ihren Abenteuern füllt. Diese würden schriftlich festgehalten und dort verwahrt werden. In schlechten Zeiten würden sie die Zettel an die Abenteuer und positiven Erlebnisse erinnern. Doch erst ein entscheidendes Ereignis bringt Marlene dazu dieses Ziel zu verfolgen. Für die 20-jährige, die sich so gerne im Vertrauten Umfeld aufhält, beginnt ein Roadtrip, der sie nicht nur zu den verschiedensten Personen, sonder auch sich selbst führt..

Vom Drama zum Roadtrip

Der Film beginnt wie ein Drama, entwickelt sich dann aber immer mehr zu einem Roadtrip, in dessen Mittelpunkt eine junge Frau und ihre Suche nach sich selbst steht. Das ist allerdings weit lockerer und unkomplizierter dargestellt, als es vermutlich sein mag.

Es ist verwunderlich, dass der in der Werbekampagne groß angekündigte Mathias Schweighöfer nur am Anfang des Films in Erscheinung tritt. Doch ist das vielleicht das Beste, was dem Film passieren konnte. Denn die Jungdarstellerin Jella Haase trägt fortan diesen Film auf ihren Schulter – ganz besonders in den ruhigen Szenen. Sie und der charismatische, sympathische Ben (Marc Benjamin) sind es, die dem Film etwas Tiefe verleihen. Genau diese Tiefe müsste aber eben nicht mit Popmusik untermalt sein, die einem vorgibt, was man zu fühlen hat.

Zugegeben wirken die Abschnitte und Stationen des Roadtripps teils wahllos aneinandergereiht und mag man sich bei der ein oder anderen fragen, inwiefern diese wichtig für den Verlauf ist, doch schaut man Marlene einfach gerne zu, wie sie diese Abenteuer erlebt – ohne sie eigentlich als solche wahrzunehmen. Da braucht es eigentlich gar keine Gastauftritte der verschiedenen deutschen, mehr oder weniger prominenten Persönlichkeiten.

Fazit

Vielmachglas ist nicht mehr als ein Feelgood-Movie, welches Postkartensprüche und aufgehübschte Bilder in 89 Minuten drückt. Doch schaut man gerne darüber hinweg und nimmt sich am Schluss vor allem eins aus dem Film mit: Jella Haase ist eine der Jungdarstellerin, von der man noch mehr sehen mag und hoffentlich wird. Vielmachglas bekommt von mir 3 von 5 Sternen.

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